In einer fernen Galaxis, Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, befindet sich ein Sonnensystem, das dem Unsrigen in vielen Aspekten gleicht. Im Zentrum des Universums steht mit Merro ein Stern, der in Größe und Leuchtkraft unsere Sonne nur unwesentlich übertrifft. In einer idealen Entfernung von 512 Lichtsekunden wird er vom Planeten Gor’dea umkreist. Damit sind optimale Bedingungen für die Entstehung von Leben gewährleistet.

Wie auf der Erde entwickeln sich in Jahrmillionen der Evolution pflanzliche, tierische und humanoide Lebensformen, die in Aussehen und Gestalt den irdischen ähnlich sind. Der größte Unterschied zur Erde besteht darin, dass jegliches Leben in Form von Körper, Geist und Seele auch von Magie durchdrungen ist. Diese erlaubt mit der Begabung Gesegneten eine beschränkte Nutzung transzendenter Fähigkeiten.

Eine blühende Zivilisation entsteht, welche ausgehend vom zentralen Kontinent Home’gor, dem Herzen der Welt, die gesamte Landmasse des zum Großteil von Wasser bedeckten Planeten beherrscht. Landwirtschaft, Handwerk, technische Entwicklung und Handel erreichen ein Niveau, das den Bewohnern Gor’deas gemäßigten Wohlstand garantiert. Durch ein ausgereiftes Herrschaftssystem, das im Wesentlichen einer konstitutionellen Monarchie entspricht, wird das friedliche Zusammenleben aller Völker gesichert.

Bis zu dem Tag, als eine kosmische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes über die Welt hereinbricht. Ein Meteor kollidiert mit dem Mond Dea, was diesen kurzfristig aus seiner Umlaufbahn wirft. Verheerende Erdbeben, Vulkanausbrüche, Stürme und Überflutungen sind die Folge, wodurch nahezu das gesamte Leben auf Gor’dea ausgelöscht wird.

Seit diesem Zeitpunkt kreist Dea in einer äußerst knappen Bahn um den Planeten, was Veränderungen an der Magie, sowie im gesamten Kreislauf der Natur nach sich zieht. Die Körper der überlebenden Wesen wandeln sich, bei einigen zeigen sich kleine Abnormitäten, andere mutieren zu monströsen Geschöpfen.

Die Oberfläche des Planeten Gor’dea erfährt drastische Veränderungen. Gebirge reißen auseinander, zeigen anschließend ein zerklüftetes, karstiges Erscheinungsbild. Große Teile der Landmasse versinken im Meer, andere werden von solchen Überschwemmungen heimgesucht, dass nichts als Schlamm übrig bleibt. Zwar ändert sich dies in den folgenden Jahrhunderten, aus Lehm und Lava entstehen neue fruchtbare Gebiete, doch es dauert Tausende Jahre, bis der Großteil Home’gors erneut besiedelt ist.

Von der ursprünglichen humanoiden Bevölkerung überleben nur wenige in den entlegensten Gebieten. Sie werden zu den Ahnen der vier Elementarvölker. In den Jahrhunderten nach der Katastrophe wird das Überleben zur einzigen Aufgabe. Anfangs gibt es kaum Nahrung, es mangelt an Früchten und an jagdbaren Tieren. In dieser Zeit geht vieles vom ursprünglichen Wissen verloren, vor allem in der Technik, im Handwerk und in der Kunst. Was bleibt und den Nachfahren überliefert wird, ist die Sprache, das hoch entwickelte Zahlensystem und einzelne Bereiche der Wissenschaft, die den jeweiligen Überlebenden geläufig waren.

Durch die überwältigende Präsenz des Mondes, der in Vollmondnächten als riesige rotgoldene Scheibe vom Himmel strahlt, wird Dea von den Überlebenden als Mondgöttin verehrt.

Viele Geschichten ranken sich um diese Zeit des Wiederaufbaus, erzählen von kleinen und großen Abenteuern, von heldenhaften Taten und vom schrecklichen Kampf der überlebenden Völker gegen übermächtige, monströse Feinde. Sie berichten von Liebe und Hass, Mut und Verschlagenheit, von Leben und Tod. Es ist eine dunkle, mystische Welt, es ist die Welt von Gor’dea.